Valheim – Bau-Physik | Integrität

Die Gebäude-Integrität und Bauphysik

Die Bauphysik im Wikinger-Game Valheim ist per se sehr gut und realitätsnah gelungen, klar gibt es hin und wieder Effekte die einem zum grübeln bringen, aber das Spiel ist noch im Early Access und wer werß, was sich in Zukunft noch ändert. Um große Gebäude in Valheim zu bauen (Groß bedeutet hier flächenmäßig und von der Höhe her gesehen) sollte man sich auf jeden Fall mit dem  Gebäude-Integritäts-System in Valheim vertraut machen. Das Gebäudeintegritätssystem von Valheim ist wie schon erwähnt ziemlich großartig, es ist vereinfacht, also kein wirkliches Integritätssystem aus der Realität.

Bauingenieurwesen muss man also nicht studiert haben, es ist aber ein super gelungenes System wenn man es einmal verstanden hat. Zunächst einmal betrachtet man dieses Gebäudeintegritätssystem, indem man den Bauhammer in die Hand nimmt und mit der Maus über die einzelnen Teile des Gebäudes fährt.

Eine Vielzahl von Farben sind zu sehen, diese Farben repräsentieren genau, wie viel Integrität das jeweilige Teil hat. Die Palette geht von Blau (Bodenkontakt / Fundament) über Dunkelgrün, Hellgrün, Gelb / Orange Rot bis hin zu Dunkelrot. Dunkelrot wird man nicht lange betrachten können, da dieses Gebäudeteil entweder schon eingestürzt ist oder im nächsten Moment einstürzt. Interessant an dieser Stelle ist der Unterschied zur Bauphysik bei 7 Days to Die, während bei Valheim nur das Dunkelrote Element einstürzt, bricht bei 7 Days to Die der gesamte horizontale Strang ein bis zum nächstgelegenen Pfosten/Pfeiler.

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Reden wir also darüber,  was das ganze bedeutet. Das Integritätssystem in Valheim basiert auf der Anzahl der Verbindungen zu einem geerdeten Gegenstand / Element. Ein geerdetes Element ist ein blaues Element, das den Boden berührt oder im Fall des Spiels als Bodenkontakt gewertet wird. Hier immer ganz genau auf das Snappen der Elemente achten, ein Balken auf einem Pfeiler wird nicht unter allen Umständen als Bodenkontakt gewertet.

Man sollte möglichst sicherstellen, dass das Fundament eines jeden Gebäudes (Wie auch immer man es baut) eine blaue Farbgebung hat. Manchmal muss man mit Terraforming ein wenig nachhelfen, den Boden also absenken oder erhöhen, damit die Basis komplett in Blauem Farbton erstrahlt. Wenn hier berits falsch gebaut wird, gibt es im späteren Verlauf – spätestens beim Dach- Probleme. 

Eine stabile Konstruktion ist nicht nur bei vermeintlichen Angriffen wichtig, auch Stürme sorgen dafür, dass Teile des Gebäudes durchaus einstürzen können. Und wer möchte schon unsanft geweckt werden, weil es auf die Nase tropft.

Weniger ist manchmal mehr

Was bedeutet das also für unser Anwesen im Wikingerreich?

Eine einfache Regel: Je weniger Verbindungen erforderlich sein desto höher und größer kann gebaut werden.

Setzt man die ersten Balken, Wände, Türen oder Bodenplatten auf das Fundament, werden diese in einem dunklen Grün dargestellt. Balken und Wände gibt es in verschiedenen Höhen, worauf man laut der Regel oben definitiv achten sollte. Baut man höher wird sich das dunkle Grün im Verlauf zunächst in ein helleres Grün verwandeln, danach folgen eben Geld/Orange und Rot. Wichtig beim Bau ist das “Gerippe”, auf das man nicht verzichten sollte.

Für das Gebälk stehen recht schnell (Spaziergang im Schwarzwald vorausgesetzt) 3 verschiedene Balken/Pfosten zur Verfügung: 1 und 2 Meter Balken/Pfosten bei normalem Holz, zusätzlich 4 Meter Balken/Pfosten mit Kernholz. Hier nochmals der Hinweis auf die goldene Regel mit der Anzahl der Verbindungen beim Bau.

Rechts in der Bilderstrecke sieht man, wie man es richtig macht und was man besser lassen sollte. Es kommt natürlich immer darauf an, was man bauen möchte. Bei einem 2-stöckigen Haus machen Kernhölzer wenig Sinn.

Die weiteren Auswirkungen auf die oben beschriebene Bauweise sehen wir in den kommenden Screens, im linken Bild die beiden Wände auf einer Höhe, Mittig sieht man die grüne Wand bei 2 Kernholz-Pfosten (unterer im Boden versenkt), rechts mit der schon Orange gefärbten Wand bei 2 Kernholz-Pfosten aber einem kleinen Pfosten als Basis.

In Stein gemeißelt

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Kernholz als Pfeiler zu nutzen (wenn man denn hoch und weit bauen möchte) macht also durchaus Sinn da man doppelt so hoch bauen kann. Ohne Stützen kann man mit Holz 16 Meter (8 Teile) in die Höhe und 8 Meter (4 Teile) horizontal bauen. Ein weiterer Weg in der Holzbauweise ist es, Schrägbalken zu integrieren. Schrägbalken an einer vertikalen Struktur stärken die horizontalen Elemente, da man damit ein Element in der “Bauhirarchie” überspringen kann. Einfache Querbalken haben keinen Einfluss auf die Strukturelle Integrität, aber es muss ja auch Zeit für Design sein. 

Kommen wir also zum Mid/Endgame, zum Bau mit Steinen und Eisen.

Die Konstruktion mit Steinelementen funktioniert ein wenig anders. Steine wirken als Durchgangselemente wenn auch das Fundament aus Stein “gegossen” ist. Baut man also Stein auf Stein geben diese Strukturen den Integritätswert nach oben weiter und erst der weitere Bau mit Holz (Wände auf den Steinmauern, Dächer) sorgen für ein Abnehmen der Haltbarkeit.

Gleiches gilt auch bei der Verwendung von Eisenträgern / Eisenstäben, auch sie geben den Wert der strukturellen Integrität weiter, eiserne Regel wieder, man nutzt sie auch als Fundament. Derzeit sind mit Eisenstäben Bauhöhen von 50 Metern möglich. Ob und inwieweit man das unbedingt ausnutzen muss bleibt jedem selbst überlassen, ich persönlich achte eher auf das Design und es reichen meiner Meinung nach auch 30 Meter-Gebäude oder Hallen. Eisenstangen kann man übrigens mit Holz “verkleiden”, ohne damit die Struktur der Elemente zu schwächen. 

Im Großen und Ganzen kann man sagen, das die etwas herausfordernde strukturelle Integrität beim Bau sehr viel Spaß macht, die ein oder andere Logik kann man sicherlich noch verbessern. Mein erstes Gebäude war hinsichtlich der Stabilität eine absolute Katastrophe, bis ich mich ein wenig mit der Thematik beschäftigt habe. Wer mit Holz vernünftig bauen kann wird mit Stein und Eisen keine Probleme bekommen, entscheidend sind die wenigen wichtigen “Bauernregeln”.

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